Neue Publikation in Social Science & Medicine: Digitale Systeme, Ökonomisierung und professionelle Arbeit im Krankenhaus  [18.06.26]

Mona-Maria Bardmann und Caroline Ruiner haben einen neuen Beitrag in Social Science & Medicine veröffentlicht. Der Artikel untersucht, wie der Einsatz digitaler Systeme die Krankenhausarbeit betrifft und welche Folgen dies für die Zuverlässigkeit der Organisation hat.

Auf Grundlage von 57 Interviews sowie teilnehmenden Beobachtungen in deutschen Krankenhäusern können drei Konfigurationen digitaler Technologien unterschieden werden:

  • Ökonomisch orientierte digitale Konfigurationen machen Leistungskennzahlen, Kodierungen und Verweildauern sichtbar, erhöhen zugleich den Zeitdruck und Rechenschaftspflichten.
  • Professionell orientierte digitale Konfigurationen unterstützen klinische Entscheidungen, Überwachung und Koordination und können die professionelle Autonomie stärken.
  • Darüber hinaus gibt es hybride Konfigurationen, in denen ökonomische und professionelle Logiken gleichzeitig wirksam sind.

Ein zentrales Ergebnis der Untersuchung ist, dass Zuverlässigkeit in Krankenhäusern wesentlich von den professionellen Praktiken von Ärztinnen, Ärzten und Pflegekräften abhängt, die technische Defizite, fehlende Interoperabilität und widersprüchliche Anforderungen im Arbeitsalltag zu kompensieren. 

Die Studie entstand im Rahmen des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Projekts „ANDROMEDA – Autonomy and Control in Digital Work Contexts of High-Reliability Organizations“. 

Publikation

Bardmann, M.-M. & Ruiner, C. (2026). Digital technologies, economization and professional practice in hospitals: How socio-technical systems shape reliability. Social Science & Medicine. DOI: https://doi.org/10.1016/j.socscimed.2026.119470


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